Tischler-/Schreinerhandwerk

So vielfältig wie die Produkte und Leistungen im Tischler-/Schreinerhandwerk, so unterschiedlich sind auch Unternehmen in ihren betrieblichen Strukturen und Arbeitsprozessen. Bei der Anfertigung, der Montage oder der Reparatur von Möbeln, Türen, Fenstern, Holzkonstruktionsteilen oder Inneneinrichtungen werden zahlreiche handwerkliche Tätigkeit ausgeübt, bei denen es zu Gefährdungen der Beschäftigten kommen kann. Sie treffen in wesentlichen Teilen auch für Betriebe zu, die sich vorrangig oder ausschließlich auf Montagearbeiten spezialisiert haben. Höhere Risiken sind insbesondere gegeben durch

  • Lärm
    Lärm am Arbeitsplatz wird nicht nur als störend und belästigend empfunden. Lärm kann auch die Gesundheit beeinträchtigen und bleibende Schäden verursachen oder eine erhöhte Unfallgefahr (schlechtere Erkennbarkeit von Alarm- und Warnsignalen) darstellen. Außerdem kann er die Arbeitsfähigkeit für bestimmte Aufgaben einschränken oder sogar ausschließen und die Leistung mindern. Die Berufskrankheit „Lärmschwerhörigkeit“ gehört zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten, insbesondere bei Schreinern/Tischlern.
  • Bildschirmarbeitsplätze
    Im Handwerk sind Bildschirmarbeitsplätze meist nicht ständig besetzt. Dennoch können ungünstige Arbeitsbedingungen an Bildschirmgeräten Erkrankungen der Muskeln, des Skeletts und der Augen, Konzentrationsstörungen sowie Stresssituationen zur Folge haben.
  • Holzstaub
    In Tischlereien/Schreinereien besteht ein erhebliches Erkrankungsrisiko, bei langjähriger Inhalation von Eichen- und/oder Buchenholzstaub und bestimmten Zusatzstoffen , wie z.B. Chromaten, Holzschutzmittelwirkstoffen, Nasenschleimhautkrebs zu entwickeln. Vor allem bei der Inhalation, aber auch beim Hautkontakt, entwickeln manche Beschäftigte zudem chronische oder obstruktive Atemwegs- oder Hauterkrankungen. Dieses Risiko ist aber – je nach Holzart – sehr unterschiedlich.
  • Holzbearbeitungsmaschinen
    Die Vielzahl unterschiedlicher Maschinen zur Holzbearbeitung bergen zahlreiche Verletzungsrisiken. Nur exemplarisch sind hier zu nennen Abrichthobelmaschinen und Tischfräsmaschinen (bei beiden wird das Werkstück mit der Hand unmittelbar über die Messerwelle bzw. am Fräswerkzeug vorbeigeschoben) oder auch Tisch- und Formatkreissägemaschinen (Berühren des Sägeblattes). Trotz hoher Sicherheitsstandards bei den Anlagen besteht ein hohes Verletzungsrisiko.
  • Leitern
    Arbeiten auf Leitern ist die gefährlichste Tätigkeit in der Holzwirtschaft. Das Risiko, beim Besteigen einer Leiter zu verunglücken, ist fünfmal höher als beim Arbeiten an der Kreissäge. Für die Unfälle sind kaum fehlerhafte Leitern, sondern stets sorgloses und deshalb falsches Verhalten ursächlich. Das Verletzungsrisiko entsteht bei der Benutzung, insbesondere für Tätigkeiten, bei denen Gegenstände wie Werkstücke, Montageteile oder Werkzeuge transportiert oder in den Händen gehalten werden. Unfallursachen sind Abstürze wegen Gewichtsverlagerungen auf der Leiter oder nicht genügend festem Stand der Leiter.
  • Lagern und Transportieren
    Im Lagerbereich stellen umfallende Platten oder umstürzende oder herabfallende Brettware eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle dar. Das gilt auch beim Verladen, hier bedingt durch Abstürze von Rampen sowie herabfallendes oder umstürzendes Ladegut. Ein hohes Verletzungsrisiko birgt der Umgang mit Flurförderzeugen durch herababstürzende Lasten, Umstürzen des Fahrzeuges und Überfahrenwerden. Vielfach unterschätzt – weil als selbstverständlich empfunden – wird das bloße Gehen mit und ohne Last. Immer wieder kommt es zu Stürzen, Stolpern und Hängenbleiben, die durch mehr Ordnung und Aufmerksamkeit vermeidbar wären. Da im Tischler-/Schreinerhandwerk schwere Lasten nicht selten sind, kann es beim falschen Heben und Tragen zur Schädigung der Wirbelsäule kommen.
  • Chemische Gefahrstoffe
    Für die überwiegende Anzahl der in Schreinereien/Tischlereien vorkommenden chemischen Gefahrstoffe ist das Risiko, eine Berufskrankheit zu erleiden, relativ gering. Dennoch muss am Arbeitsplatz sorgsam gearbeitet werden und dürfen gesundheitliche Belastungen nicht ohne weitere Vorsorge in Kauf genommen werden. Tatsächlich wurden je nach benutzter Chemikalie vermehrt Erkrankungen der Atemwege und der Haut festgestellt.
  • Silos
    Bei Silos für Holzstaub und -späne kommt es immer wieder zu unbefugtem Einsteigen, unsachgemäßer Vorgehensweise beim Beseitigen von Spänestaus oder beim Entleeren. Durch abrutschendes oder einstürzendes Spänegut besteht hohes Erstickungsrisiko.
  • Brand- und Explosionsschutz
    In Tischlereien/Schreinereien besteht ein Brand- und Explosionsrisiko, das sich im Wesentlichen auf Silos und Filteranlagen bezieht. Weitere Brandrisiken bestehen an Lackieranlagen und Holzfeuerungen. Hauptursachen für Brände in diesem Bereich sind Funken, die von Holzbearbeitungsmaschinen-Werkzeugen erzeugt werden und in die Absauganlage gelangen. In geringerem Maße sind auch elektrische Defekte ursächlich.
  • Arbeiten auf Baustellen
    Im Vergleich zu den stationären Betriebsbereichen im Schreiner-/Tischler-Gewerbe sind die Beschäftigten auf Montagebaustellen einem besonders hohen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Die Tätigkeiten auf Baustellen sind vielfältig. Risiken bestehen auf Baustellen insbesondere bei der Montage von Fenstern, Türen, Decken und Einbaumöbeln, unter anderem durch Abstürze von Leitern und Gerüsten oder Heben und Tragen bei der Fenster- und Türenmontage. Auf Baustellen ergeben sich zudem Gefahrensituationen dadurch, dass die Arbeiten von Beschäftigten verschiedener Arbeitgeber gleichzeitig oder nacheinander ausgeführt werden.


Gemäß §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz müssen Arbeitgeber ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Dazu sind die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln und zu beurteilen. Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist zu dokumentieren.

Unsere Leistungen


Berufsgenossenschaftliche Zuständigkeit

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)

  • Tischler-/Schreinerbetriebe
  • Herstellung von Holzmöbeln, Fenstern, Türen und Toren aller Art in Serie
  • Montage von selbst- und fremdgefertigten Fenstern, Türen, Toren, Möbeln, Küchen und sonstigen Erzeugnissen
  • Herstellung von Treppen und Parkett aus Holz


Rechtliche Grundlagen

Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
DGUV Vorschrift 2 - Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

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