Glaserhandwerk

Glas ist als moderner Werkstoff in der Architektur und der Einrichtung von Wohnungen mannigfaltig im Einsatz. Betriebe des Glaserhandwerks bedienen dieses Thema zum einen im Fenster- und Glasfassadenbau sowie zum anderen im Bereich Verglasung und Glasbau (z.B. Glastüren, Spiegel, oder Duschanlagen). Bei der Anfertigung, der Montage oder der Reparatur von Glasprodukten werden zahlreiche handwerkliche Tätigkeit ausgeübt, bei denen es zu Gefährdungen der Beschäftigten kommen kann. Höhere Risiken sind insbesondere gegeben durch

  • Arbeiten auf Baustellen
    Angesichts des hohen Anteils von Montagearbeiten im Glasergewerbe kommt den hohen Unfall- und Gesundheitsrisiken auf Baustellen besondere Bedeutung zu. Risiken bestehen auf Baustellen insbesondere bei der Montage von Fenstern, Glasfassaden oder Türanlagen, unter anderem durch Abstürze von Leitern, Gerüsten und Arbeitsbühnen oder durch Heben und Tragen von Bauelementen. Auf Baustellen ergeben sich zudem Gefahrensituationen dadurch, dass die Arbeiten von Beschäftigten verschiedener Arbeitgeber gleichzeitig oder nacheinander ausgeführt werden.
  • Leitern
    Arbeiten auf Leitern ist einer der gefährlichsten Tätigkeit im Bau- und Ausbaugewerbe. Das Risiko, beim Besteigen einer Leiter zu verunglücken, ist fünfmal höher als beim Arbeiten an der Kreissäge. Für die Unfälle sind kaum fehlerhafte Leitern, sondern stets sorgloses und deshalb falsches Verhalten ursächlich. Das Verletzungsrisiko entsteht bei der Benutzung, insbesondere für Tätigkeiten, bei denen Gegenstände wie Werkstücke, Montageteile oder Werkzeuge transportiert oder in den Händen gehalten werden. Unfallursachen sind Abstürze wegen Gewichtsverlagerungen auf der Leiter oder nicht genügend festem Stand der Leiter.
  • Bearbeitungsmaschinen
    Die Vielzahl unterschiedlicher Maschinen zur Holz- und Metallbearbeitung bergen zahlreiche Verletzungsrisiken. Nur exemplarisch sind hier zu nennen Tisch- und Formatkreissägemaschinen (Berühren des Sägeblattes) oder auch Abrichthobelmaschinen und Tischfräsmaschinen (bei beiden wird das Werkstück mit der Hand unmittelbar über die Messerwelle bzw. am Fräswerkzeug vorbeigeschoben). Trotz hoher Sicherheitsstandards bei den Anlagen besteht ein hohes Verletzungsrisiko. Bei der speziellen Glasbe- und -verarbeitung bestehen zusätzlich die Gefahren von Schnittverletzungen und von wegfliegenden Glassplittern getroffen zu werden.
  • Lärm
    Lärm am Arbeitsplatz wird nicht nur als störend und belästigend empfunden. Lärm kann auch die Gesundheit beeinträchtigen und bleibende Schäden verursachen oder eine erhöhte Unfallgefahr (schlechtere Erkennbarkeit von Alarm- und Warnsignalen) darstellen. Außerdem kann er die Arbeitsfähigkeit für bestimmte Aufgaben einschränken oder sogar ausschließen und die Leistung mindern. Die Berufskrankheit „Lärmschwerhörigkeit“ gehört zu den häufigsten anerkannten Berufskrankheiten, auch bei Glasern.
  • Lagern und Transportieren
    Bei Lagerung, Verladung und Transport bestehen erhebliche Gefahren von Quetschungen und Schnittverletzungen durch Glasscheiben, sowie von umkippenden Teilen getroffen zu werden. Ein hohes Verletzungsrisiko birgt der Umgang mit Flurförderzeugen durch herababstürzende Lasten, Umstürzen des Fahrzeuges und Überfahrenwerden. Vielfach unterschätzt – weil als selbstverständlich empfunden – wird das bloße Gehen mit und ohne Last. Immer wieder kommt es zu Stürzen, Stolpern und Hängenbleiben, die durch mehr Ordnung und Aufmerksamkeit vermeidbar wären. Da im Glaserhandwerk schwere Lasten nicht selten sind, kann es beim falschen Heben und Tragen zur Schädigung der Wirbelsäule kommen.
  • Chemische Gefahrstoffe
    Für die überwiegende Anzahl der in Glasereien vorkommenden chemischen Gefahrstoffe ist das Risiko, eine Berufskrankheit zu erleiden, relativ gering. Dennoch muss am Arbeitsplatz sorgsam gearbeitet werden und dürfen gesundheitliche Belastungen nicht ohne weitere Vorsorge in Kauf genommen werden. Tatsächlich wurden je nach benutzter Chemikalie vermehrt Erkrankungen der Atemwege und der Haut festgestellt.
  • Holzstaub
    In Glasereien, soweit sie im Holzfensterbau tätig sind, besteht ein erhebliches Erkrankungsrisiko, bei langjähriger Inhalation von Eichen- und/oder Buchenholzstaub und bestimmten Zusatzstoffen , wie z.B. Chromaten, Holzschutzmittelwirkstoffen, Nasenschleimhautkrebs zu entwickeln. Vor allem bei der Inhalation, aber auch beim Hautkontakt, entwickeln manche Beschäftigte zudem chronische oder obstruktive Atemwegs- oder Hauterkrankungen. Dieses Risiko ist aber – je nach Holzart – sehr unterschiedlich.
  • Silos
    Bei Silos für Holzstaub und -späne kommt es immer wieder zu unbefugtem Einsteigen, unsachgemäßer Vorgehensweise beim Beseitigen von Spänestaus oder beim Entleeren. Durch abrutschendes oder einstürzendes Spänegut besteht hohes Erstickungsrisiko.
  • Brand- und Explosionsschutz
    In holzverarbeitenden Glasereien besteht ein Brand- und Explosionsrisiko, das sich im Wesentlichen auf Silos und Filteranlagen bezieht. Weitere Brandrisiken bestehen an Lackieranlagen und Holzfeuerungen. Hauptursachen für Brände in diesem Bereich sind Funken, die von Holzbearbeitungsmaschinen-Werkzeugen erzeugt werden und in die Absauganlage gelangen. In geringerem Maße sind auch elektrische Defekte ursächlich.
  • Bildschirmarbeitsplätze
    Im Handwerk sind Bildschirmarbeitsplätze meist nicht ständig besetzt. Dennoch können ungünstige Arbeitsbedingungen an Bildschirmgeräten Erkrankungen der Muskeln, des Skeletts und der Augen, Konzentrationsstörungen sowie Stresssituationen zur Folge haben.


Gemäß §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz müssen Arbeitgeber ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Dazu sind die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln und zu beurteilen. Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist zu dokumentieren.

Unsere Leistungen


Berufsgenossenschaftliche Zuständigkeit

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)

  • Herstellung von Fenstern aller Art in Serie
  • Montage von selbst- und fremdgefertigten Fenstern und Türen


Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)

  • Glaserarbeiten im Hochbau, Verglasung und Glasbau


Rechtliche Grundlagen

Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
DGUV Vorschrift 2 - Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit

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